Logo der Arizona Cardinals

Arizona Cardinals

  • Draft Recap 2021

    Unsere Einschätzung

    Der Draft der Cardinals begann nicht so wie erhofft. Die beiden besten Cornerbacks gingen etwas früher vom Board als gedacht und von den Top 3 Receivern rutschte ebenfalls keiner durch. Als die Jets dann auch noch 2 Plätze vor die Cardinals tradeten um Guard Alijah Vera-Tucker zu picken war eigentlich klar – hier könnte es kontrovers werden. Um hoch zu gehen war kein Kapital vorhanden und auch wenn GM Steve Keim sagte, es gab Angebote zum runtertraden, wird der Value dafür überschaubar gewesen sein. Zu groß war der qualitative Drop-off. Also entschloss man sich den Spieler zu draften, der am höchsten auf dem eigenen Board war: LB Zaven Collins, den sofort die Gefühle überrannten. Direkt machte sich im Netz der Unmut breit, was ein Stück weit nachvollziehbar ist. Bereits im letzten Jahr zog man mit Isaiah Simmons an 8 einen LB und schaut man etwas weiter zurück, häufen sich frühe Picks für diese Position. Der Unterschied zu den letzten Jahren ist, dass Collins von den Verantwortlichen klar als ILB gesehen wird und neben Simmons schnell viel Spielzeit kriegen soll. Collins ist zwar vielfältig einsetzbar, sollte bei weitem aber kein so großes Experiment wie Simmons oder auch Haason Reddick (1st Round Pick 2017) sein. Neben der umwerfenden Athletik bekommen die Cards hier den besten College Cover LB aus 2020 der auch im Pass Rush erfolgreich sein kann und laut Keim besondere Locker Room Eigenschaften mitbringt, die sonst nur 4 andere Spieler im Draft von den Cardinals bescheinigt bekamen. Der Need war nicht der größte, aber sollte auch nicht klein geredet werden. Wenn sich die Pläne der Cards so entwickeln wie gehofft, könnte die Mitte der Defense zu einer der flexibelsten und explosivsten der Liga werden.

    In Runde zwei war die größte Hoffnung Draftkapital durch einen Downtrade zu generieren – schließlich hatte man keine Picks in der 3. und 4. Runde. Aber auch hier waren die Verantwortlichen so von einem Spieler überzeugt, dass sie wieder zugriffen. Die Wahl viel auf WR Rondale Moore, der auch im Return Game ein Rolle bekommen soll. Und wie bei den Linebackern zieht sich hier ein Muster durch die letzten Drafts der Cardinals. Bereits 2018 (Christian Kirk) und 2019 (Andy Isabella) wurde in der 2. Runde ein undersized aber explosiver Slot-Receiver gepickt. Mit mäßigem Erfolg (bisher). Das hier im Vergleich zur 1. Runde der Pick im allgemeinen gefeiert wurde verstehe ich nicht so ganz. Moore bringt durch seine Power sicherlich etwas mehr mit als Isabella, aber auch er ist kein Outside Receiver sondern klar auf den Slot und Plays aus dem Backfield limitiert. Außerdem bring Moore eine ganz ordentliche Verletzungshistorie mit. Damit haben die Cardinals nun 3 Receiver vom mehr oder weniger gleichen Typ im Roster und Outside muss man hoffen, dass AJ Green solide Leistung zeigt (neben Hopkins natürlich). An der Stelle hätte mir Terrace Marshall im Draft besser gefallen. Aber ich bin natürlich sehr gespannt und hoffe, dass Moores Potential zu seinem Besten eingesetzt wird und er einen großen Teil zur Offense beitragen kann – die Qualität hat er allemal.

    Danach war es erst einmal still um die Cardinals. Erst in Runde 4 blitzte unverhofft das Logo im Draftfeed auf als die Cardinals aus der 5. Runde nach oben tradeten. Hier wurde mit Marco Wilson die dringend nötige Verstärkung auf CB gezogen, der sowohl Outside als auch im Slot gute Ansätze gezeigt hat. Der ebenfalls sehr athletische DB, hat mal eben den Vertical gesprengt, soll nun um einen Starting Spot kämpfen. Steve Keim wurde nicht müde, die Upside dieses Picks hervorzuheben.

    In der 6. Runde wurde mit Tay Gowan direkt noch ein Cornerback geholt, der auf manchen Boards sehr viel höher war und direkt verlauten ließ, er sei der Tom Brady der Cornerbacks (hätte ich nichts dagegen). Auch beim ihm ist „Upside“ das Stichwort da ihm die Erfahrung fehlt. Ganze 13 Spiele am College stehen in seinen Büchern. 2020 entschied er sich für einen Opt-Out da seine Tochter als Frühgeburt auf die Welt kam und das zusammen mit einer Pandemie zu viel Risiko war.

    Ebenfalls in der 6. Runde (noch vor Gowan) wurde Edge Rusher Victor Dimukeje gedraftet. Er bringt nicht ganz die Idealmaße mit und sollte ein klarer Pick für die Tiefe sein. Zusammen mit Markus Golden, Dennis Gardeck und evtl. Devon Kennard könnte hier hinter Jones und Watt eine gute Rotation stehen.

    In der siebten Runde kam mit James Wiggins noch ein Safety, der sowohl tief als auch in der Box spielen kann und ein guter Tackler ist.

    Der letzte Pick ist Center Michael Ment der hinter Rodney Hudson von einem der Besten lernen und mittelfristig eventuell um eine größere Rolle spielen kann.

    Der Draft der Cardinals ist leider nicht ganz so gelaufen wie erhofft, aber ich denke, man hat das Beste draus gemacht. Das bei den Cornerbacks die Upside so im Vordergrund steht lässt Böses erahnen, aber wir wollen ja positiv bleiben. Das Motto war auf jeden Fall „Athletik“ und man sollte nun schauen, dass man in der Free Agency noch ein paar Veterans ins Team kriegt. Nach wie vor sind die Interior Lines und Tight End ein Thema. Und ein gestandener Corner würde mich auch besser schlafen lassen.

    Für die Saison sollten die Playoffs durchaus das Ziel sein, auch wenn es in dieser Division sicherlich nicht einfach wird. Aber über eine Wildcard sollte es möglich sein, wenn man sich nicht wieder selbst im Weg steht.

    Draftpicks*

    2.17
    Rondale Moore

    Teamneeds nach dem Draft

    Post-Draft Pre-Draft
    RDT
    LDT
    RDE
    LDE
    MIKE
    SAM
    RCB
    LCB
    SCB
    SS
    FS
    LWR
    LT
    LG
    OC
    RG
    RT
    TE
    RWR
    QB
    RB
    SWR
    Legende: Primärer Need; Sekundärer Need; Depth Need; Kein Need

    Verfolge die Offseason

  • Free Agency Recap

    Nach der sensationellen Offseason 2020 rund um den Trade für DeAndre Hopkins machte sich nach dem tollen Saisonstart Optimismus breit. Man stand vor der Bye Week 5-2 und hatte den Division Sieg in der eigenen Hand. Doch nach der Bye Week vielen die Cardinals in ein Loch und vor allem die Offensive konnte ihrem Anspruch nicht gerecht werden und blieb weit hinter ihren Möglichkeiten. Umso mehr schmerzte der Turnaround der Defense, die quasi das genaue Gegenteil zeigte. DC Vance Joseph spielte nach den ersten Spielen um seinen Job, bewies aber Anpassungsfähigkeiten und bekommt nun eine weitere Chance.

    Am Ende der Saison stand ein durchaus enttäuschendes 8-8, auch wenn man diesen Ausgang vor der Saison wohl durchaus unterzeichnet hätte – allerdings bleibt das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre.

    Dieses Gefühl gilt es nun 2021 zu bestätigen. Die Playoffs müssen hier ganz klar das Ziel sein, auch wenn man wohl in der „stärksten“ Division der Liga spielt und es nicht einfach werden wird. Fakt ist, für das Erreichen dieses Ziels ist eine weitere gute Offseason aus dem Front Office nötig, um den Grundstein zu legen. Und was soll man sagen? Bisher sieht das sehr gut aus.

    In der Offense sind die namenhaftesten Abgänge TE Dan Arnold, der durchaus seine Szenen hatte, letztlich aber keine feste Größe werden konnte und RB Kenyan Drake, der wiederum an seine starke zweite 2019er Hälfte nicht bestätigen konnte und enttäuschte.

    Verlängert wurde hingegen mit OT Kelvin Beachum, der eine gute erste Saison bei den Cardinals spielte. Die Verlängerung sorgt dafür, dass die O-Line zu 4/5 der Line aus dem Vorjahr entspricht. Da diese eine unerwartet guten Job machte, kann man hier vorsichtig optimistisch sein. Denn das letzte Puzzlestück ist Center Neuzugang Rodney Hudson, den man für den diesjährigen 3rd Round Pick holte. Das ist ein klares Upgrade gegenüber Mason Cole, der auch direkt an die Vikings getradet wurde, und tröstet etwas darüber hinweg, dass man Wunschspieler Corey Linsley nicht bekommen hat. Insgesamt kann man natürlich immer Tiefe in der O-Line gebrauchen, aber die Prioritäten im Draft sollten woanders liegen.

    Auf Running Back wurde sich kürzlich noch mit James Conner aus Pittsburgh verstärkt. Hier ist nicht klar zu sagen, ob er direkt Starter wird, oder man Chase Edmonds zumindest mal eine Chance gibt – der zeigte nämlich immer gute Leistung und es wäre schön, ihn in einer größeren Rolle zu sehen. Auf Grund des geringen Draftkapitals sollte hier kein früher Pick investiert werden.

    Da die Tight Ends unter Kingsbury bisher keine Rolle spielten, sollte auch hier nicht zu viel investiert werden (es sei denn, Pitts fällt an 16) – der Need ist aber auf jeden Fall da.

    Bleiben noch die Receiver: hier hat man sich dazu entschieden, mit AJ Green einen Oldie ins Team zu holen. Der Name ist natürlich sehr groß und es reicht völlig aus, wenn er die Rolle der Nummer 2 erfüllt. Nach langen Anlaufschwierigkeiten in 2020 hat er immer mal wieder angedeutet, dass er das kann. Die Upside hier ist hoch, aber der Floor auch ziemlich niedrig. Dazu verdichten sich die Anzeichen, dass Larry Fitzgerald seine überaus erfolgreiche Karriere beenden wird. Sportlich hätte das keinen großen Einfluss auf das Team, aber als Charakter wird er dem Team, den Fans und der Liga fehlen. Sollte es so kommen, könnte Christian Kirk endlich aus dem Slot heraus spielen, was ihm bestimmt gut tun würde. Und dahinter stehen eine Menge Receiver auf der Gehaltsliste, die bislang weit hinter den Erwartungen zurück geblieben sind.

    Der erste große Paukenschlag in der Cards Offense war das Signing von DE JJ Watt. Der wurde bei den Texans entlassen und entschied sich für die Wüste als neue Heimat. Auch wenn Watt nicht ganz in den Hopkins Sphären des Vorjahres schwebt, löste das Signing die nächste Welle der Euphorie aus. Immerhin ist es JJ Watt. Dieser hat nun mit dem wieder genesenen Chandler Jones einen extrem Gefährlichen Pass Rush Partner und sollte nicht mehr so oft gegen Double Teams stehen, wie es in Houston der Fall war. Das könnte seinen Stats enorm helfen. Das Signing hatte aber auch zu Folge, dass LB Haason Reddick nicht den Franchise Tag bekam, sondern sich nach seiner grandiosen und längst überfälligen Breakout Saison nun bei den Panthers beweisen darf. Leider hat man aus Cards Sicht hier viel zu spät die richtige Position für Reddick gefunden.

    Noch ist mit NT Corey Peters nicht verlängert worden, was eine mittelgroße Lücke in die Interior Line reißt. Die beiden 4th Round Picks aus 2020, Fotu und Lawrence, hatten nur limitierte Spielzeit und ansonsten bleibt nur Zach Allen, der aber auch nicht zur den besten Seiner Position gehört. Allerdings könnte es auch gut sein, dass JJ Watt einige Snaps inside spielen wird. Für den Edge Rush wurden noch Markus Golden und Dennis Gardeck gehalten, die für eine gute Tiefe sorgen.

    In der Mitte des Feldes muss Isaiah Simmons zu einem Cornerstone werden, denn daneben gibt es nicht viele Optionen. Devon Kennard konnte nie überzeugen und ist dementsprechend auch nicht mehr im Team. Bleibt noch Jordan Hicks, der aber auch eher Mittelmaß ist.

    Die Secondary wird weiterhin von Pro-Bowl Safety Budda Baker angeführt, dahinter ist der Qualitätsabfall aber beachtlich. Langzeit Starting CB Patrick Peterson hat man mit dem kurzfristig verfügbar gewordenen Malcom Butler von den Titans ersetzt, was zumindest kein Downgrade sein sollte. Auf der anderen Seite steht gerade Robert Alford als Starter in den Depth Charts. Der war die letzten beiden Jahre aber verletzt und sollte nicht als Stütze dieser Defense in die Saison gehen. Byron Murphy hat sich im Vergleich zu seiner Rookie Saison gesteigert, hat aber auch noch Luft nach oben. Er wird 2021 vermutlich eine größere Rolle bekommen. Alles in allem sollte CB die höchste Priorität im Draft haben.

    Die Cardinals haben dieses Jahr keinen 3rd und 4th Round Pick und täten gut daran, etwas mehr Kapital zu generieren.

    Teamneeds vor dem Draft 2021

    RDT
    LDT
    RDE
    LDE
    MIKE
    SAM
    RCB
    LCB
    SCB
    SS
    FS
    LWR
    LT
    LG
    OC
    RG
    RT
    TE
    RWR
    QB
    RB
    SWR
    Legende: Primärer Need; Sekundärer Need; Depth Need; Kein Need

    Teamfits für die Arizona Cardinals

    Primäre Needs

    SpielerCollegeGrade
    Jamin Davis, LBKentucky Wildcats2

    Sekundäre Needs

    SpielerCollegeGrade
    Kyle Pitts, TEFlorida1.3
    Ja’Marr Chase, WRLSU1.3
    Rashawn Slater, OTNorthwestern1.5
    DeVonta Smith, WRAlabama1.5
    Jaylen Waddle, WRAlabama1.5
    Rashod Bateman, WRMinnesota1.8
    Pat Freiermuth, TEPenn State1.9
    Amari Rodgers, WRClemson2.7
    D’Wayne Eskridge, WRWestern Michigan3.4
    Nico Collins, WRMichigan3.5
    Dyami Brown, WRNorth Carolina3.9
    Brevin Jordan, TEMiami Hurricanes3.9
    Trevon Grimes, WRFlorida4.4
    Amon-Ra St. Brown, WRUSC4.5
    Ihmir Smith-Marsette, WRIowa4.6
    Simi Fehoko, WRStanford Cardinal5

    Depth Needs

    SpielerCollegeGrade
    Demetric Felton, RBUCLA3.8