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Arizona Cardinals

  • Draftreview 2020

    Einschätzung

    Die Cardinals haben bereits mit Start der Free Agency einen großen Need beseitigt und mit DeAndre Hopkins einen Gamechanger ertradet. Dafür hatten sie zwar keinen zweitrunden Pick im 2020er Draft, aber das sollte für alle Fans verschmerzbar gewesen sein.

    In der ersten Runde wurde viel über den dringend benötigten OT spekuliert, letztlich viel aber Isaiah Simmons bis an die acht und die Cards machten den richtigen Move und wählten den Best Player Available. Der vielleicht vielseitigste Spieler in diesem Draft sollte der mehr als löchrigen Defense ein wenig Stabilität bringen.

    In der dritten Runde gelang mit Josh Jones ein Steal, da viele Experten den Offensive Tackle wesentlich höher hatten (mitunter in der ersten Runde).

    Auch die D-Line bekam die dringend nötige Verstärkung, denn in der vierten Runde wurden gleich zwei Tackles gepickt. Leki Fotu und Rashard Lawrence sollten vor allem die Run Defense etwas stärken.

    Evan Weaver in der sechsten Runde bringt noch etwas Tiefe für die Linebacker und Running Back Eno Benjamin aus der siebten Runde könnte sich perspektivisch zu einem Starter und damit zu einem Steal entwickeln.

    Alles in allem haben die Cardinals einen mehr als ordentlichen Draft hingelegt, der die Needs nicht über den verfügbaren Value gestellt, aber trotzdem Lücken im Roster geschlossen hat. Die Saison kann beginnen.

    Draftpicks*

    7.8
    Eno Benjamin

    Fantasy Risers/Fallers

    • Kyler Murray, QB
    • Kenyan Drake, RB
    • Eno Benjamin, RB
    • DeAndre Hopkins, WR
    • Christian Kirk, WR

    Roster Analyse

    CB
    OLB
    DE
    DT
    DE
    OLB
    CB
    ILB
    ILB
    SS
    FS
    WR
    LT
    LG
    OC
    RG
    RT
    TE
    WR
    QB
    RB
    WR
    Legende: Primärer Need; Sekundärer Need; Depth Need; Kein Need
    • Quarterback

      Kyler Murray ist ein vielversprechender QB, der in Fantasy Kreisen mitunter als der nächste Heilsbringer gefeiert wird. Seine Rookie Saison war klasse und er hat sich in die ein oder andere Top-Liste gespielt. In seinem zweiten Jahr geht es nun darum, einige Fehler abzustellen bzw. zu minimieren und die Waffen zu nutzen, die er jetzt an der Seite hat. Mit der Verpflichtung von Hopkins, den talentierten jungen Receivern, Legende Fitzgerald und einem kreativen Run Game sollte doch was gehen. Und die O-Line sollte zumindest vom Potential her nicht schlechter geworden sein.

      Die Cardinals spielen eine der schnellsten Offenses der Liga (d.h. viele Plays) und passen zu fast 60%. Murray bringt dabei einen guten Rushing Floor von etwa 6 Läufen pro Spiel mit. Das könnte 2020 noch etwas steigen und wenn man davon ausgeht, dass die unterirdische Redzone Effizienz ebenfalls besser wird, sollten sowohl die Rushing TDs (4) als auch die Passing TDs (20) etwas steigen. Am Ende sollte Murray ein sicherer Fantasy QB1 sein, mit der Upside zu einem Top-5 Spieler seiner Position.

    • Running Backs

      Nach enttäuschenden Leistungen von Publikumsliebling David Johnson haben sich die Cardinals releativ günstig mit Kenyan Drake aus Miami verstärkt. Der hat direkt das Zepter in die Hand genommen und der Cardinals Offense neues Leben eingehaucht. Zwar zeigte auch Chase Edmonds gute Anlagen, musste auf Grund einer Verletzung aber etwas zurückstecken. Die kreativen Run Designs von Coach Kingsbury ermöglichten Drake dabei einen soliden Y/C Schnitt (5.2 Yds) und eine Workhorse Rolle, die er davor nie hatte (100% Starts, 19 Touches/G, 80 Rushing Yds/G). Der Dank dafür war der Transition Tag, mit dem Drake auf jeden Fall die 2020er Saison in Arizona spielt. Ob die Cards danach den gleichen Fehler wie bei DJ machen und einen RB teuer bezahlen, darf bezweifelt werden. Die Zukunft könnte dann evtl siebtrunden Pick Eno Benjamin und für den Übergang noch Edmonds gehören (der dann in sein Contract Year geht).

      Auch wenn Drakes TD Quote vermutlich etwas zurück gehen wird, sollte er in RB1 Spähren Punkten (in der Zeit bei ARI war er letztes Jahr RB5). In Dynasty Ligen ist er ein guter Sell-High Kandidat, in Redraft Ligen wird man wohl einen 1st bis early 2nd Round Pick investieren müssen.

    • Wide Receiver

      Für alle in Arizona ist die Verpflichtung von DeAndre Hopkins ein Gewinn: Kyler Murray hat endlich ein klares Nummer 1 Target, die anderen Receiver bekommen etwas mehr Platz und die Fans könnten eine der spaßigsten Offenses der NFL sehen.

      Je nachdem wie die Saison läuft, sollte die Rolle von Larry Fitzgerald reduziert werden um vor allem Christian Kirk seinen festen Platz in der Offense finden zu lassen. Dieser geht nämlich 2021 in sein Contract Year und ist seinem Draft Value noch nicht ganz gerecht geworden.

      Dahinter stehen mit Andy IsabellaHakeem Butler und KeeSean Johnson gleich drei talentierte 2nd Year Receiver parat, die alle auf ihre Chance warten. Besonders Butler, der seine Rookie Saison verletzungsbedingt verpasste und der kaum zum Einsatz gekommene Isabella müssen hier den nächsten Schritt machen.

      Die Chance dazu sollten sie auf jeden Fall bekommen, denn die Cardinals sind das Team, das 2019 mit großem Abstand die meisten 4WR Sets gespielt hat. Und die Offseason hat nichts an dem Eindruck geändert, dass das auch 2020 der Fall sein wird.

      Für die Fantasy Spieler ist das nicht so optimal. Gerade die Owner von Hopkins müssen sich von einem sicheren Top-10 Receiver verabschieden, auch wenn er natürlich die Upside mitbringt. Er wird aber nicht mehr die sicheren 100 Receptions bekommen, die er über die letzten drei Jahre im Schnitt hatte. Dafür könnten die Touchdowns (7) und Receiving Yards (11.2/Rec) im Vergleich zu 2019 etwas steigen. Hopkins ist vermutlich ein Fantasy WR2, die anderen Receiver der Cards vermutlich nur Week to Week Starter. Am ehesten sind hier Fitzgerald und Kirk als WR3 bzw. Flex Optionen zu nennen, die WR2 Upside mitbringen. Langfristig kann sich die Offense aber auch in eine Fantasy Punkte Oase für Receiver entwickeln.

    • Tight Ends

      Die Cardinals haben Maxx Williams im Roster behalten und mit Dan Arnold aus New Orleans Verstärkung geholt. Dabei wird besonders Williams als Run Blocker fungieren und Arnold die Receiving Option sein. Allerdings entfielen 2019 gerade einmal 55 Targets auf 3 TEs (8% Tgt Share). Aus Fantasy Sicht sollte man also einen großen Bogen um die Arizona Tight Ends machen.

    • Offensive Line

      Die O-Line der Cards ist bis auf den Abgang von Starting-Center Shipley und Rookie-Tackle-Neuzugang Josh Jones unverändert geblieben. Jones wird durch das Opt-Out von OT Marcus Gilbert direkt starten, was den Druck natürlich etwas erhöht. Aber vielleicht kann die Line, wie bereits 2019, über ihrem Niveau performen. Kyler Murray kann den nächsten Schritt machen und mit Kingsbury hat man einen toller Playdesigner an der Seitenline. Das könnte etwas Druck von der Line nehmen, nichtsdestotrotz ist diese aber (weiterhin) eine der größten Baustellen der Cardinals.

    • Defense

      Die Qualität in der Defense hat 2019 an allen Enden gefehlt. Gegen den Pass und besonders die Tight Ends war es am gruseligsten. Hier sollte man mit Isaiah Simmons einen Spieler bekommen haben, der in Coverage einige Dinge besser machen wird. Gleichzeitig ist mit dem 8th overall Pick die gesamte Defense variabler geworden, was Spielern wie Budda Baker und Chandler Jones ebenfalls zu Gute kommt. Simmons sollte der zentrale Baustein in der Defense sein und von Linebacker über Edge Rusher bis Safety alle Positionen spielen können.

      Upfront ist die größte Baustelle in der Defense. Hier haben die Rookies eine gute Möglichkeit, ihre Chance zu nutzen.

      In der Mitte des Feldes ist neben Jordan Hicks der Starting Spot wohl an Simmons vergeben, dahinter wird es dünn.

      Im Pass Rush hat man sich mit Devon Kennard verstärkt, der auf jeden Fall ein Upgrade zu 2019 sein sollte, aber viel mehr auch nicht.

      Die Secondary könnte 2020 wesentlich besser aussehen als in der letzten Saison. Patrick Peterson hatte nach seiner Sperre ein wenig Anlaufschwierigkeiten, konnte zum Ende der Saison aber seine Klasse einige Mal zeigen. Gegenüber von ihm ist Robert Alford wieder fit, der hoffentlich an seine guten Zeiten anknüpfen kann. Außerdem sollte Byron Murphy seinen nächsten Schritt machen und den Starting Job gewinnen.

      Im Backfield spielt mit Baker ein guter Tackler und Deionte Thompson wird wohl Snaps an Simmons abgeben müssen.

  • Teamneeds vor dem Draft 2020

    Primärer NeedSekundärer NeedDepth NeedKein Need
    OL, DLLB, CB, EdgeWR, SQB

    Teamfits für die Arizona Cardinals

    Javon Leake

    Javon Leake bildete bei Maryland gemeinsam mit Anthony McFarland Jr. das Running Back Tandem. Bis zu seinem Junior Year kam Leake nicht über die Backup Rolle hinaus, konnte dann 2019 aber die meisten Rushing Yards für sein Team erzielen. Außerdem war sein Rushing Yards/Attempt Schnitt 2019 mit 7.2 der höhste...

    Bryan Edwards

    Bryan Edwards ist 21 Jahre alt. Das ist zunächst nichts ungewöhnliches. Wenn man jetzt bedenkt, dass Edwards das College als Senior verlässt, also vier Jahre College gespielt hat, ist es das jedoch. Und dabei war er sofort ein wichtiges Bestandteil des Teams… mit 17! Mit 18 schaffte er dann seine...

    Lamical Perine

    Lamical Perine kommt aus dem sonnigen Süden aus Florida. Dort war er ab 2017 Starting Running Back, konnte die magische 1.000 Yards Grenze aber nie erreichen. Insgesamt rangiert er nun auf Platz 8 der ewigen Schul-Bestenliste und wurde zum Orange Bowl MVP 2019 gekürt. In dem Spiel legte er seinen...

    Darrynton Evans

    Darrynton Evans kommt vom Sun Belt College Appalachian State. Das bedeutet, dass er weder mit den besten Spielern zusammen oder gegeneinander gespielt hat. Dennoch mischte er die Conference in den letzten Jahren ordentlich auf.  Nachdem er seine Sophomore Season auf Grund einer Knieverletzung reshirtete, konnte er 2018 und 2019 über...

    Ke’Shawn Vaughn

    Ke’Shawn Vaughn committete nach der Highschool ursprünglich für Illinois. Nach zwei mäßig erfolgreichen Jahren in der Big-Ten transferierte er dann 2017 in die SEC zu Vanderbilt. Nachdem er dort seine erste Saison redshirten musste (Transfer-Regeln), legte er zwei Season mit mehr als 1.000 Rushing Yards hin. Er war in beiden...

    Denzel Mims

    Denzel Mims geht mit einem sehr athletischen Profil in den Draft. Während seiner Highschool Zeit wurde er neben Receiver auch als Safety eingesetzt, hat aber auch Basketball gespielt und war ebenfalls ein Sprinter. Mims spielte vier Jahre bei Baylor und legte in dieser Zeit überdurchschnittliche Production Stats auf – darunter...

    Laviska Shenault Jr.

    Laviska Shenault kommt als spannendes Talent vom Pac-12 College Colorado und hat vermutlich eine der bewegendsten Hintergrundgeschichten dieser Draftklasse. Sein Vater verstarb nämlich 2009 bei einem tragischen Autounfall bei einer Reise der sieben-köpfigen Familie. Seitdem hat sich Laviska Jr. nicht mehr die Haare geschnitten und trägt seine Dreadlocks zu Ehren...

    Tee Higgins

    Tee Higgins, Wide Receiver, Clemson Tigers. Zusammen mit Trevor Lawrence gewann er 2018/19 die National Championship im Finale gegen die Crimson Tide aus Alabama. Genau drei Jahre verbrachte Higgins an der Clemson University, zwei davon als Starter auf der Wide Receiver Position. Urspünglich hatte Higgins an der University of Tennessee...

    Jalen Reagor

    Jalen Reagor, die Nummer 1 von der TCU, hat sich zum NFL Draft 2020 angemeldet. In Texas war er nicht mit ähnlich talentierten Kollegen, wie in Alabama, Clemson oder Louisiana State gesegnet, dafür rief er ganz ordentliche Punktzahlen auf Tableaut. In seiner ersten Saison an der TCU (2017) war er...

    CeeDee Lamb

    CeeDee Lamb kommt aus der Talentschmiede der Oklahoma Sooners und hat dort unter anderem mit Baker Mayfield, Kyler Murray, Jalen Hurts, Mark Andrews und Marquise Brown zusammen gespielt. Nach seinen drei Jahren reiht er sich als drittbester Receiver (nach Receiving Yards) in der Sooners Historie ein und gilt als Top-10...

    Jerry Jeudy

    Wenn man jemanden als das Schweizer Taschenmesser dieser Wide Receiver-Klasse benennen möchte, dann fällt die Wahl ziemlich sicher auf Jerry Jeudy. Der Biletnikoff Award Gewinner aus dem Jahr 2018 von der University of Alabama spielte drei Jahre für die Crimson Tide und konnte 2017/18 die National Championship gegen die Georgia...