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Los Angeles Rams

  • Draft Recap 2021

    Unsere Einschätzung

    Mit dem ersten Pick sorgte das Front-Office direkt für die erste Überraschung: Die Rams pickten mit Tutu Atwell einen Wide Receiver. Atwell bringt unglaublichen Speed und Explosivität in die Rams Offense: Mit seinen 4.27s im 40-Yard Dash gehört er definitiv zu den schnellsten Spielern des diesjährigen Drafts und wird Matthew Stafford als tiefe Anspielstation dienen können. Allerdings wirken seine Routen noch ein wenig roh, durch sein geringes Gewicht werden diese außerdem öfters von Gegenspielern unterbrochen. Daher wird Tutu wohl in der Off-Season die ein oder andere Extraschicht im Kraftraum verbringen müssen, um in der NFL zu bestehen. Dss die Rams einen Receiver für das Deep-Passing Game draften werden war wohl klar, der Pick kam jedoch ein wenig früh, da Atwell wohl auch noch in Runde 3 verfügbar gewesen wäre. Dennoch erhält Headcoach Sean McVay eine echte Waffe, welcher er sicherlich gut einzusetzen weiß.

    Mit dem 103ten Pick wurde das Linebacker Corps in Angriff genommen. Durch Ernest Jones verstärken die Rams eine sehr dünn-besetzte Gruppe. Der Pick ist nachvollziehbar, da viele der Linebacker, die aktuell im Roster sind, zur 2022er Saison Free-Agent werden. Mit Jones bekommen die Rams einen starken Tackler, welcher einen hohen Football-IQ und vor allem den Lauf gut verteidigen kann. Da ihm allerdings ein wenig „Quickness“ in seinen Bewegungen fehlt, wird er in Pass-Coverage limitiert sein.

    Der 117te Pick wurde dazu genutzt die D-Line zu verstärken: Mit Bobby Brown wurde die Line um einen weiteren Defensive Tackle ergänzt. Nach den Abgängen von Brockers und Fox war hier ebenfalls Verstärkung nötig, daher ist der Pick sehr sinnvoll. Brown ist ein starker Athlet, welcher zwar im College überwiegend als NT gespielt hat, aber durch seine Athletik auch als 3 oder 5 Technique eingesetzt werden kann. Er spielt vor allem stark gegen den Lauf, wirkt im Pass-Rush allerdings noch ein wenig roh. Durch sein athletisches Potenzial kann er, sofern seine Pass-Rush Moves verbessert werden, dennoch für gegnerische QBs gefährlich werden.

    Nach einem Trade mit den Jacksonville Jaguars, wählte man als nächstes CB Robert Rochell. Nach dem Abgang von Troy Hill war auf Cornerback definitiv ein Need, daher ist es nachvollziehbar, dass die Secondary im Laufe des Drafts adressiert wurde. Rochell ist zwar noch sehr roh und spielte in einer vergleichsweise schwächeren College-Division, besitzt allerdings enormes athletisches Potenzial, welches ihn in der NFL weit bringen könnte. Zudem ist er ein echter Ball-Hawk und konnte im College bereits 12 interceptions fangen. David Long bekommt hier echte Konkurrenz als CB3, denn mit dem richtigen Coaching und etwas Zeit zum lernen könnte Rochell eine große NFL-Karriere bevorstehen.

    Durch den 141ten Pick wurde wieder die offensive Seite des Balles adressiert. Les Snead entschied sich für WR/TE-Hybrid Jacob Harris, welcher in der kommenden Saison Matthew Stafford als zusätzliche Anspielstation dienen soll. Harris besitzt ebenfalls enormes athletisches Potenzial: Trotz seiner Größe von 6’5(195cm) lief er den 40YD-Dash in 4.40 und kann daher als weiteres Deep-Thread für die Offense fungieren. Zudem kann er im Special Team eingesetzt werden. Der ehemalige Fußballspieler kommt in seiner College Karriere auf 20.1YD pro Reception. Harris ist, ähnlich wie Rochell, noch ziemlich roh und benötigt sicherlich Zeit an der Sideline um sich an die NFL zu gewöhnen.

    Mit dem letzten Fünftrundenpick an 174 wurde DE Earnest Brown IV gedraftet. Dieser spielte im College als 4-3 Defensive End und könnte bei uns sowohl als DE, als auch als OLB zum Einsatz kommen. Mit ihm erhält DC Raheem Morris einen weiteren, flexiblen Athleten, welcher weitere Tiefe in die D-Line bringt.

    In der siebten Runde wurde an Stelle 232 der RB Jake Funk gepickt. Funk ist ein kleiner, athletischer Back, welcher allerdings schon zwei schwerwiegende Verletzungen erlitten hat. Nach dem Abgang von Malcolm Brown war abzusehen, dass die Rams in einer späteren Runde einen Back ziehen, allerdings hätte man eher mit einem „Power-Back“ gerechnet, welcher in Short-Yardage und Goal Line Situationen zum Einsatz kommt. Der Runningback aus Maryland wird mit Xavier Jones um den RB3 Spot kämpfen und sich über die Special-Teams beweisen müssen, um es ins finale Roster zu schaffen.

    An 249 hat man WR Ben Skowronek gepickt. Skowronek ist ein Receiver mit sicheren Händen, welchem es aber in Speed und Burst fehlt. Der Pick ist ein wenig sonderbar, da man im früheren Runden schon zwei Wide Receiver verpflichtet hat. Für ihn gilt es auch, sich in den Special Teams zu beweisen, die Rams sind nämlich auf der Receiver Position gut besetzt.
    Komplettiert wird die Draft-Klasse mit OLB Chris Garrett. Der Pass-Rusher hat in der Concordia University gespielt, also in einem Division II Programm. Dort war er allerdings enorm produktiv: Er kam in der 2019er Saison auf 14 Sacks und 20.5 Tackles. Zudem besitzt er auch ein hohes athletisches Potenzial. Sofern sich Garrett an die NFL gewöhnen kann, wird dieser sicherlich ein interessantes Prospect in der Pass-Rush Rotation.

    Fazit
    Natürlich kann man so kurz nach dem Draft kein endgültiges Fazit ziehen, da man nie weiß, wie sich die Spieler tatsächlich in der NFL schlagen. Dennoch haben die Rams einige interessante Prospects verpflichtet, welche auf jeden Fall Lücken im Roster füllen werden. Da man in den neuen QB1 viel Kapital investiert hat, war eines der Ziele im Draft, ihm bestmögliche Umstände zu verschaffen. Mit Harris und Atwell bekommt Stafford zwei Waffen, welche das Tiefe Passing Game der Rams wieder stärker öffnen können, nachdem dies in der 2020er Saison eine klare Schwäche war. Zudem erhält der neue DC Raheem Morris einige Talente, die die Nr.1 Defense der letzten Saison zusätzlich verstärken können. Ebenfalls können einige Picks im Special Team aushelfen. Atwell könnte als neuer Punt/Kick Returner fungieren um mit den Returns wieder mehr Schaden anrichten zu können.

    Einer der Hauptkritikpunkte des Drafts ist allerdings, dass die O-Line nicht adressiert wurde. Nach dem Abgang von Starting C Austin Blythe herrscht gerade in der iOL eine Lücke. Hier hätte Snead interessante Prospects wie Drew Dalman oder Quinn Meinerz picken können, allerdings entschied man sich bewusst dagegen, Draftkapital in die Line zu investieren. Laut Aussagen von McVay vertraut man hier allerdings in die Lineman, die bisher im Kader sind. Daher bleibt zu hoffen, dass die Rams von Verletzungen auf dieser Position verschont bleiben, da dies sonst ein echter Season-Killer werden könnte.

    Geschrieben von den Rams Germany

    Draftpicks*

    2.25
    Tutu Atwell

    Teamneeds nach dem Draft

    Post-Draft Pre-Draft
    RDE
    DT
    LDE
    WILL
    MIKE
    SAM
    RCB
    LCB
    SCB
    SS
    FS
    LWR
    LT
    LG
    OC
    RG
    RT
    TE
    RWR
    QB
    RB
    SWR
    Legende: Primärer Need; Sekundärer Need; Depth Need; Kein Need
  • Free Agency Recap

    Der größte Move der diesjährigen Free Agency war im Vorfeld schon bekannt: Bereits Ende Januar wurde vermeldet, dass die Rams für QB Matthew Stafford mit den Detroit Lions getradet hatten. Der Move macht für die Rams absolut Sinn: Die Mannschaft ist talentiert, wurde aber in den letzten Jahren (leider) durch Jared Goff limitiert. Mit Stafford kommt ein Top-QB nach Los Angeles, welcher die Offense nochmal auf ein neues Level heben kann.

    Wie die meisten Rams Fans im Vorfeld schon erwartet hatten, lag in der Hauptfokus der Off-Season darauf, unter den Cap zu kommen, ohne viele Leistungsträger cutten/traden zu müssen. Durch Umstrukturierungen von den Verträgen von z.B. Donald oder Woods konnte man zur Deadline daher ca. 35 Millionen an Cap-Hit verschieben und ist dadurch unter den Cap gekommen. 

    Dementsprechend war das Budget für Neuverpflichtungen und Verlängerungen gering, dennoch konnte man OLB Leonard Floyd langfristig binden, welcher im Pass-Rush ein wichtiger Bestandteil ist. Zudem wurde CB Darrious Williams, der eine großartige 2021er Saison spielte, mit einem First-Round Tender belegt und bleibt den Rams daher ebenfalls erhalten. Die einzige Neuverpflichtung DeSean Jackson erfüllt sicherlich ein Need, um gegnerische Defenses auch wieder tief attackieren zu können, ist aber leider auch sehr oft verletzt. 

    Leider konnte man nicht alle Leistungsträger der Vorsaison halten: Die auslaufenden Verträge von z.B. John Johnson, Troy Hill, Morgan Fox oder Austin Blythe wurden nicht verlängert. Der Abgang von John Johnson schmerzt am meisten, da dieser in den letzten Jahren immer auf einem sehr hohen Niveau abgeliefert hat. 

    Durch den Jalen Ramsey Trade haben die Rams auch dieses Jahr wieder keinen First Round Pick. Mit insgesamt nur 6 Draft Picks (57, 88, 103, 141, 209, 252) ist das Draft-Kapital generell sehr dünn. Daher ist die Margin of Error sehr gering, Snead muss wieder beweisen, dass er auch in späteren Runden, sehr gute Spieler picken kann. 

    Mit den frühen Picks sollte man auf jeden Fall mindestens einen Center oder Guard ziehen. Nach dem Abgang von Austin Blythe ist man auf der Center Position sehr dünn besetzt. Brian Allen, welcher aktuell Nummer 1 auf dem Depth Chart ist, hatte in seiner Karriere mit schweren Verletzungen zu kämpfen.Laut verschiedenen Quellen haben die Rams hier Quinn Meinerz ins Auge gefasst, schon zwei virtuelle Meetings mit dem Prospect aus Wisconsin abgehalten wurden.

    Ein wichtiger Need herrscht ebenfall auf der ILB Position. Trotz einer grandiosen Defensivleistung in der 2021 Saison war die LB Gruppe eine Schwachstelle und extrem dünn besetzt. Mit Micah Kiser, Kenny Young, Troy Reeder und Travin Howard ging man mit nur vier ILB in die Saison, letzterer verletzte sich früh, wodurch man nur noch drei gelernte Inside Linebacker hatte. Da die Rams allerdings in den letzten Jahren wenig Kapital in die Position gesteckt hatten, wird man aber wohl eher in späteren Runden einen Linebacker ziehen. 

    Die D-Line sollte ebenfalls früh adressiert werden. Durch den Trade von Michael Brockers und den Abgang von Morgan Fox könnten die Rams in Runde 3 oder 4 einen DE/DT ziehen, welcher neben Aaron Donald auf Quarterback Jagd geht. 

    In den späten Runden könnte der Fokus darauf liegen, für Tiefe in der Secondary zu sorgen, sowie einen schnellen, physischen WR als komplementär zur Robert Woods und Cooper Kupp zu verpflichten. Außerdem könnte ein zusätzlicher Tight End gedraftet werden, da Matthew Stafford in Vergangenheit gerne auf TEs war.

    Geschrieben von den Rams Germany

    Teamneeds vor dem Draft 2021

    RDE
    DT
    LDE
    WILL
    MIKE
    SAM
    RCB
    LCB
    SCB
    SS
    FS
    LWR
    LT
    LG
    OC
    RG
    RT
    TE
    RWR
    QB
    RB
    SWR
    Legende: Primärer Need; Sekundärer Need; Depth Need; Kein Need

    Teamfits für die Los Angeles Rams

    Primäre Needs

    SpielerCollegeGrade
    Nick Bolton, LBMissouri Tigers2.2

    Sekundäre Needs

    SpielerCollegeGrade
    Trevon Moehrig, DBTexas Christian University1.8

    Depth Needs

    SpielerCollegeGrade
    Penei Sewell, OTOregon1.2
    Ja’Marr Chase, WRLSU1.3
    Rashawn Slater, OTNorthwestern1.5
    Alijah Vera-Tucker, OGUSC1.7
    Rashod Bateman, WRMinnesota1.8
    Rondale Moore, WRPurdue3.1
    Khalil Herbert, RBVirginia Tech3.5
    Jaelon Darden, WRNorth Texas3.8
    Dyami Brown, WRNorth Carolina3.9