Justin Fields
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Justin Fields

QB, Ohio State

Dual Threat

Den Dual Threat QB gibt es als Archetyp noch gar nicht so lange, auch wenn es immer mal vereinzelt Spieler gab, die das Profil erfüllt haben. Im Prinzip ist es die Weiterentwicklung des Improvisers, da damit sehr mobile und athletische Quarterbacks gemeint sind, die im Scheme der Offense einen mehr oder weniger großen Teil des Run Games ausmachen. Gemeint sind explizit keine Quarterbacks, die "nur" in der Lage sind, Spielzüge zu verlängern, sondern speziell designte Run-Plays laufen. Aktuelles Beispiel: Lamar Jackson, BAL

Justin Fields galt schon seit seinen Highschool-Zeiten als vielversprechendes Prospect für die NFL. Für die Netflix Serie QB1: Beyond the Lights wurde er während seinem letzten Highschool Jahr von einem Kamerateam begleitet. In Georgia geboren und aufgewachsen, wollte Fields nicht nur in Georgia (Kennesaw) zur Highschool gehen, sondern auch für die University of Georgia Football spielen. Nachdem er dort aber nicht wie gewünscht zum Zuge kam und ihm oft nur der Platz hinter Jake Fromm auf der Bank blieb, wechselte er zu Ohio State. Dort konnte er bereits im ersten Jahr brillieren und sicherte sich den dritten Platz beim Heisman Trophy Voting. In seinen beiden Jahren bei den Buckeyes schaffte er es jeweils in die College Football Playoffs, im Jahr 2020 sogar ins Finale, dass gegen Alabama verloren ging. Im Halbfinale gegen die Clemson Tigers warf Fields 6 Touchdown Pässe.

1.2
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College Stats

Teams mit Positions Need


Analyse

  • Seine Stärken

    • Genauigkeit
    • Mobilität
    • Big Play Potenzial
    • Athletik
    • Armstärke
    • Leadership

    Seine Schwächen

    • Reads
    • Schaltet schnell in den Runningback Modus
    • Teilweise unkonzentriert
  • Einschätzung von Max

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    Genauigkeit: Gerade seine Short-Midrange Genauigkeit gefällt mir sehr gut. Egal ob Fields einen Defender überlupfen oder seinen Receiver knallhart auf die Nummer anwerfen muss, der Ball verfehlt sein Ziel selten. Auch aus dem Laufen heraus trifft Fields oft sein Ziel. Im Regelfall schafft er es den Ball so zu positionieren, dass nur sein designierter Receiver eine Chance auf den Ball hat. Auch in der Redzone versteht Fields es sehr gut seine freien Receiver so zu bedienen, die Verteidiger nur sehr schwer an den Ball kommen können (Beispiel vs Nebraska). Bei langen Bällen verlässt sich Fields mMn noch etwas zu oft darauf, dass sein Receiver den Defender outspeedet. Die Bälle kommen dann meist beim Receiver an, oft war aber auch einfach viel Platz da.

    Reads: Mir ist beim Tape schauen direkt aufgefallen, dass Fields oft sehr lange an seinem ersten Read klebt. Der Ausweg ist für ihn dann meistens ein Scramble. Hier würde ich mir wünschen, dass er öfters versucht seinen 2. oder 3. Read durchzugehen, bevor er vorschnell in den Runningback-Modus schaltet. Zusätzlich beunruhigt es mich etwas, dass er in jedem Spiel 2-3 Plays in petto hat, bei denen er die Defender falsch liest (Beispiel vs Clemson 2019). Auf dem Tape, dass ich gesehen habe, wurde das oft nicht bestraft, in der NFL kann ich mir vorstellen, dass das öfters der Fall sein könnte, wenn nicht daran gearbeitet wird.

    Mobilität: Fields ist ein außerordentlich mobiler Quarterback. Er schafft es oft nahende Passrusher frühzeitig zu identifizieren und verlängert Plays in dem er ihnen ausweicht oder Tackles bricht. Auch im Runninggame findet Fields immer wieder Situationen, in denen er einen großen Raumgewinn erzielen kann, was ebenfalls dazu führt, dass seine Play-Action und RPO Spielzüge sehr gefährlich werden. Sein Big Play Potenzial ist daher nicht nur über das Passinggame gegeben. Jedem Fan von laufenden Quarterbacks lege ich das unten verlinkte Tape gegen Indiana ans Herz. Dort sieht man allerdings auch, dass ich Fields, sollte das Passing-Game nicht funktionieren, sehr auf seine Lauf-Fähigkeiten verlässt.

    Athletik: Fields ist ein sehr gut gebauter, großer Quarterback. Seiner Dynamik schadet das allerdings nicht. Schnelle und plötzliche Richtungswechsel sehen bei ihm sehr einfach aus. Er scheut sich nicht davor Hits einzustecken oder Sprints über den ganzen Platz anzusetzen um seinem Receiver oder Runningback den Weg frei zu blocken. Außerdem ist sein Longspeed für einen Quarterback sehr ausgeprägt.

    Armstärke: Der Buckeyes Quarterback hat sehr viel Power in seinem Arm. Selbst wenn er horizontal hinter seiner O-Line unterwegs ist, schafft er es noch den Ball weit das Feld runter zu werfen (Beispiel vs Michigan). Gerade in Situationen wo Fields scamblet lässt ihm das viele Möglichkeiten offen und gibt den Receivern mehr Optionen sich von ihren Gegenspielern zu entfernen. Leider verlässt er sich ab und zu zu sehr auf seine Armstärke.

    Decision Making: Wie in den Bereichen Mobilität und Reads bereits angesprochen, schaltet Fields mMn. oft zu schnell in seinen Runningback-Modus, wenn der erste Read nicht passt. Teilweise würde ich mir wünschen, dass er weniger Hits einsteckt und frühzeitig slidet, da mit bei Quarterback Hits die Fumble-Gefahr viel zu hoch ist. Außerdem versucht er aus dem Tackle heraus Plays zu forcieren, die auf NFL Level ins Auge gehen könnten (Beispiel vs Indiana). Ansonsten finde ich seine Entscheidungsfindung sehr solide. Man hat immer das Gefühl er weiß genau was er tut, geht oft nur das Risiko, dass in dieser Situation grade nötig ist, kann aber auch ein Big-Play aus dem Hut zaubern, wenn die Umstände es ergeben.

    Beste Eigenschaft: Genauigkeit

    Schlechteste Eigenschaft: Reads

    Alles spricht dafür, dass Justin Fields im kommenden Draft früh in der ersten Runde vom Board geht und der Franchise Quarterback eines QB-Needy Teams werden soll. Damit das Team auch wirklich einen Franchise Quarterback bekommt muss Fields sein Spiel in die NFL translaten und an seinen Reads arbeiten, bzw weniger am ersten Read kleben bleiben. Die Werkzeuge um ein erfolgreicher NFL QB hat er auf jeden Fall. Wichtig für Fields Landing Spot könnte eine solide bis gute O-Line sein. In seinem saubersten Spiel gegen Penn State 2020 stand diese nämlich wie eine Eins und Fields konnte sein Spiel entfalten. In Spielen wir gegen Northwestern 2020, in denen die O-Line struggelt, sieht Fields direkt ein ganzer Stück inkonstanter und schwächer aus. Ich wünsche mir für Fields einen Coaching Staff der punktuell RPOs einbaut und viel mit Play Action arbeitet, damit der Dual Threat Aspekt zum tragen kommen kann. Zu viele designte QB-Runs brauche ich dabei nicht, das liegt aber daran, dass ich persönlich einfach kein Fan davon bin.

    Aufgrund der Corona Pandemie hat Ohio State dieses Jahr nur 8 Spiele bestritten. Es fehlt also auch etwas an aktuellem Tape.

    Außerdem finde ich es von „außerhalb“ schwer, das Attribut Leadership zu bewerten. Man hört, dass Fields ein toller Leader sein soll. Im Jahr 2020 war er außerdem einer von sieben Team-Captains der Buckeyes.


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